Westfälische Nachrichten über Schulprojekt 3D-Druck

1. Zeitungsbericht

über das Schulprojekt 2018/2019

Die Klasse 10 der Sekundarschule Schöppingen-Horstmar führt derzeit ein Schulprojekt mit 3D-Druckern aus. Nach der guten, langjährigen Kooperation mit der Schule, begleiten wir nun zum ersten Mal ein Schulprojekt im Informatik-Unterricht. Das Ziel ist 3 Gärten aus dem 3D-Drucker. Die Gartenanlagen haben wir mit unserer Gartenplanung entworfen, genau nach Kundenwünschen zusammengestellt und letztendlich umgesetzt.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Herr Joemann, Reporter der Westfälischen Nachrichten, besucht regelmäßig die Schule und berichtet über Neuigkeiten, dabei entdeckte er die fleißige Truppe aus 3 Gruppen der Klasse 10 und hat uns in einem Artikel den Zwischenstand dargestellt. Anbei könnt ihr den Artikel lesen. Ganz unten findet Ihr den Link zur Seite der WN.

Informatik-Unterricht in der Sekundarschule

Schüler werden digitale Dachdecker

Schöppingen – Dezent summt der 3-D-Drucker neben der Tür des Informatikraums. Schicht um Schicht entsteht aus Kunststoff eine kleine Platte auf der später die Logos der Sekundarschule und des Garten- und Landschaftsbauers Winterhalter als Projektpartner zu erkennen sind. Gestaltet haben den Entwurf Zehntklässler des Wahlpflichtfachs Informatik der Sekundarschule.

Von Rupert Joemann

Zehntklässler David (r.) zeigt Informatik-Lehrerin Juliane Rodegro, wie sein mit einem speziellen Design-Computerprogramm gestalteter Garten aussieht. Schicht um Schicht druckt der 3-D-Drucker (rundes Bild).

„Zehntklässler David (r.) zeigt Informatik-Lehrerin Juliane Rodegro, wie sein mit einem speziellen Design-Computerprogramm gestalteter Garten aussieht. Schicht um Schicht druckt der 3-D-Drucker (rundes Bild). Foto: Rupert Joemann

Die Logos sind nur ein kleiner Teil der Aufgabe, die die Zehntklässler gruppenweise von Lehrerin Juliane Rodegro gestellt bekommen haben. Sie müssen Gärten, die sie auf digitalen Bildern vorgelegt bekommen haben, zunächst in ein Design-Programm übertragen und anschließend mit dem 3-D-Drucker ausdrucken.

Ohne schnellen Internet-Zugang und entsprechende Programme, die die Schüler kostenlos im Internet nutzen können, wäre das nicht möglich. Während Bundes- und Landespolitiker noch über die Folgen des vorerst gescheiterten Digitalpakets Schule diskutieren, hat die Digitalisierung an der Sekundarschule schon längst Einzug gehalten.

„Eurem Logo fehlt die Tiefe“, sagt Juliane Rodegro. So klappt es nicht mit dem Ausdrucken. Das Übertragen von der digitalen Vorlage über das Design-Programm hin zum 3-D-Drucker ist deutlich schwieriger, als es sich anhört. Gleich mehrmals müssen die 16 Schüler die Maßstäbe umrechnen.

„Ihr müsst Prioritäten setzen. Ihr habt das Pferd von hinter aufgezäumt“, sagt die Lehrerin. Wichtig ist der Garten mit seinen Elementen, nicht die Häuser. Beim digitalen Zeichnen haben die Jugendlichen, alles Jungen, auch Wert auf die möglichst detailgetreue Gestaltung der Häuser gelegt und zum Beispiel den Dächern Dachziegel verpasst. Das frisst allerdings Arbeitszeit und jede Menge Speicherplatz auf den Standrechnern.

Das führt dazu, dass der Rechner langsamer wird oder ganz abstürzt. Doch auch diese Problemchen schrecken die Jugendlichen nicht ab. „Das funktioniert recht gut und ist mal eine Abwechslung“, findet Moritz.

Wie die meisten anderen in dem Kurs kennt er sich mit Computern gut aus. „Ich habe zu Hause einen speziellen Gaming-PC“, erzählt ein Schüler. Der verfügt über einen Arbeitsspeicher von 16 Gigabyte. Die Rechner im Informatikraum haben vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Entsprechend langsamer können die Jungen nur daran arbeiten. Doch darüber ärgern sich die Schüler nicht wirklich. Die Größe des Arbeitsspeichers sei ganz gut, so die Schüler. Aber mehr geht immer.

Einige Schüler teilen sich zu zweit einen Computer, andere arbeiten alleine. Während die Zehntklässler sich auf ihre Programme konzentrieren, geht die Klassentür auf. Herein kommen ein Lehrer und zwei Schüler. Sie holen einen der beiden i-Pad-Rollwagen mit 16 Geräten. In einem anderen Raum steht zusätzlich ein Rollwagen mit Laptops.

Hinzu kommt, die meisten Klassenräume sind mit modernen Smartboards ausgestattet. Über das Smartboard können durch Berührungen (z. B. Finger , Stift) Dokumente bearbeitet, Videos abgespielt oder Karten gezeigt werden.

Zwischenzeitlich holt Juliane Rodegro ihr Handy vom Schreibtisch. Über das Smartphone kann sie eingeben, welche Schüler nicht anwesend sind. Dann geht sie zurück zum Schreibtisch und drückt auf ihrer PC-Tastatur eine Taste. Prompt werden die Bildschirme der Schüler-PCs schwarz. Die Jungen drehen sich sofort zur Lehrerin um. Sie mahnt die Schüler, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Schließlich sollen in zwei, drei Wochen alle Ergebnisse ausgedruckt sein. Rodegro spricht noch einige Details für den Projektbericht an und schaltet dann die Bildschirme wieder an.

Ein Schüler hat offensichtlich beim letzten Mal nicht richtig zugehört. Alle sollten sich zu Hause aus dem Internet ein Programm auf einen USB-Stick ziehen, um es dann im Unterricht nutzen zu können. Aus Sicherheitsgründen können die Schüler an den Schulrechnern keine Programme aus dem Netz herunterladen.

Derweil tauschen sich die Schüler – offensichtlich PC-Experten – über Grafikkarten aus. Jonas favorisiert die 1080 Ti. „Das ist eine der schnellsten Grafikkarten“, erklärt Moritz. Die Schul-PCs verfügen nicht über so schnelle Grafikkarten. Für die Jungen ist das kein Problem. Sie wissen sich zu helfen und sind froh, überhaupt einen so gut ausgestatteten Informatikraum nutzen zu können. Jonas löscht einige Dachziegel und weitere Details an den Häusern und „jetzt läuft es wieder flüssig“, sagt er grinsend.

Jetzt kann gedruckt werden. „Je nach Modell dauert das auch mal sieben Stunden“, sagt Juliane Rodegro.So summt der 3-D-Drucker neben der Tür des Informatikraums noch in den nächsten Tagen.

Fünf Milliarden Euro wollte die Bundesregierung insgesamt über fünf Jahre für digitale Infrastrukturen der Schulen zur Verfügung stellen. Bundesländer und Kommunen sollten unter anderem die Lehrer-Ausbildung und Wartung übernehmen. Der Bundesrat stimmte im Dezember gegen die geplante Grundgesetzänderung. Die Änderung hätte Folgen für die Kostenaufteilung auch in anderen Bereichen (z. B. Wohnungsbau) gehabt. Dagegen wehrten sich die Länder, aber nicht grundsätzlich gegen den Digitalpakt.“ (von Rupert Joemann)

Quelle: https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Schoeppingen/3613242-Informatik-Unterricht-in-der-Sekundarschule-Schueler-werden-digitale-Dachdecker

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